Erkennen, Bewerten, Steuern und Überwachen der unternehmerischen Risiken

Analysiert man Unternehmen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, liegt die Hauptursache oft in nicht oder zu spät erkannten Risiken und dem Unvermögen, diesen Herausforderungen mit raschen und zielführenden Massnahmen zu begegnen.

Die Risiken, insbesondere für KMU, haben in den letzten Jahren markant zugenommen. Weshalb?

  • In vielen Branchen herrscht ein ausgeprägter Mangel an Fachkräften, insbesondere im Gewerbe.
  • Die aktuellen Lieferengpässe, verursacht durch die Pandemie und den Ukraine-Krieg, können für KMU existenzbedrohend sein.
  • Die massiven Preissteigerungen der letzten Monate können nicht immer an die Kunden weitergegeben werden.
  • Cyberangriffe haben auch bei KMU zugenommen. Sie können existenzbedrohend sein.

Das Erkennen, Bewerten, Steuern und Überwachen der wesentlichen Risiken ist auch für KMU zentral.

Als Grundsatz steht eine auf die Unternehmung angepasste und pragmatische Umsetzung – mit Fokussierung auf wenige wesentliche Risiken – im Vordergrund. Eine erprobte Methode, die an der ETH unter der Leitung von Prof. Dr. Roman Boutellier entwickelt wurde geht in vier einfachen Schritten vor:

Schritt 1 | Risikoanalyse - Resultat: Risikomatrix

In einem Workshop mit der Geschäftsleitung und Schlüsselpersonen aus möglichst allen Bereichen werden interne (beeinflussbare) und externe (nicht beeinflussbare) Risiken mittels Brainstorming aufgelistet, analysiert und bewertet. Diese werden in einer 6 x 6 Matrix mit den Achsen  Schadenausmass (von verkraftbar bis katastrophal) und Eintrittswahrscheinlichkeit (von sehr unwahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich) eingetragen. Diese Risikomatrix zeigt nun, welches die Top-Risiken der Unternehmung sind.

Schritt 2 | Ursachenanalyse - Resultat: Gewichtete Ursachenliste

Die gleiche Gruppe sucht nun mittels Brainstorming nach den Hauptursachen der internen Top-Risiken. Für jedes Risiko werden die Ursachen aufgelistet und priorisiert. Zu den externen Risiken werden Indikatoren gesucht, die frühzeitig vor Veränderungen warnen.

Schritt 3 | Massnahmenanalyse - Resultat: Massnahmenplan pro Hauptursache

Jede der Hauptursachen wird im Detail analysiert und eine Massnahmenliste erstellt, wie die Ursachen der Top-Risiken bekämpft werden können. Dabei werden auch schon bestehende Massnahmen aufgelistet. Damit werden jene Aktivitäten herausgeschält, welche die Ursachen am effektivsten und kosteneffizientesten bekämpfen. Die Erkenntnisse werden in einem Massnahmenplan pro Ursache zusammengefasst.

Schritt 4 | Umsetzung - Resultat: Projektplan für die Umsetzung

Die Erarbeitung der Massnahmenpläne führt zum wichtigsten Punkt, der Implementierung der Massnahmen. Diese werden den Personen im Unternehmen zugewiesen, in deren Verantwortungsbereich die Risiken identifiziert wurden, den sogenannten Risikoeignern. In Form der IKS Jahresplanung werden die Risikomatrix und die Umsetzung der Massnahmenpläne regelmässig überprüft.

  • KMU-Unternehmer (1 - 250 Mitarbeiter)
  • KMU Nachfolger (Nachfolge bereits angetreten oder geplant)
  • Geschäftsführer, GL-Mitglieder, Finanzchefs oder Risikoverantwortliche mittelgrosser KMU
  • Treuhänder, Revisoren und Unternehmensberater mit Fokus KMU-Beratung
  • Firmenkundenberater, Credit Officer oder Recoverymitarbeiter von Banken. 

Die Risiken des eigenen Unternehmens erkennen, bewerten und steuern. 

Die Teilnehmenden stellen bei Seminarbeginn ihr Unternehmen und die aktuell grössten Risiken vor (Pitch, max. 3 Minuten). Sie bewerten jeden Pitch. Die drei/vier besten Pitches dienen als Basis für die darauffolgende Arbeit in Kleingruppen.

Beispiel:
Die Felix Meier AG ist unter den drei interessantesten Pitches. Der Firmeninhaber Felix Meier und zwei bis drei Teilnehmende aus anderen Firmen erarbeiten gemeinsam das Risikomanagement der Felix Meier AG und präsentieren diese dem Plenum. Der Austausch in der Gruppe beim Erarbeiten und die kritischen Fragen des Plenums geben Felix Meier die Gelegenheit, seine Risiken von diversen Mitunternehmern hinterfragen zu lassen. Er erhält wichtige Inputs für die Finalisierung und Umsetzung seines ganz persönlichen Risikomanagements. Zentral ist, dass das Vorstellen der eigenen Risiken freiwillig ist. Im Weiteren unterzeichnet jeder Teilnehmende eine Vertraulichkeitserklärung. Diese beiden Themen werden den Seminarteilnehmern bereits in der Ausschreibung und mit der Seminarbestätigung mitgeteilt.

Abschluss/Titel

Kursbestätigung mit Kompetenzenbeschrieb   

Dauer

1 Tag

Kosten

CHF 650.-, inkl. Unterlagen und Verpflegung
15% Rabatt für die Mitglieder des Alumniclubs (Executive Club) und aktuell Studierende (Professional Club)

Ort

Akademie St.Gallen

Studiengangsleiterin
Natasha Turnes
Natasha Turnes
lic. phil.
Administration/Beratung
Michelle Klaus
Michelle Klaus
058 229 68 14
Referent Marco Della Santa
Referent

 

Marco Della Santa

Betriebsökonom FH, KMU-Verwaltungsrat, Unternehmer, Dozent an Fachhochschulen und Höheren Fachschulen

Seminare der Akademie St.Gallen

Online-Anmeldung Seminar

Titel
Start
Dauer
KMU Risikomanagement
Donnerstag 24.11.2022, 08.30 - 16.45 Uhr
24.11.2022
1 Tag
KMU Risikomanagement
Donnerstag 16.03.2023, 08.30 - 16.45 Uhr
16.03.2023
1 Tag
KMU Risikomanagement
Donnerstag 24.08.2023, 08.30 - 16.45 Uhr
24.08.2023
1 Tag

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